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„Wir haben uns gesagt: wenn nicht jetzt wann dann”

Saskia Parpart ist Handballerin und steht seit frühster Kindheit auf der Platte. Im Interview mit SportlerINside spricht sie über ihre Zeit im Internat, ihr frühes Karriere-Ende und ihre Erfahrungen im Trainerbereich. 

Du bist mit 14 Jahren ins Internat gekommen, hast mit Burgdorf Oberliga gespielt und bist Norddeutscher-Meister geworden. Was hat Dich damals dazu bewogen den Schritt ins Internat zu gehen?
Welche Erfahrungen, sowohl positiv als auch negativ, konntest Du in der Zeit sammeln?
„Den Schritt ins Internat zu gehen war damals relativ eindeutig, da ich für mich sowieso nur Handball im Kopf hatte. Natürlich war es total schwer nicht mehr jeden Tag bei meinen Eltern zu sein aber meine Eltern und ich haben uns gesagt „wenn nicht jetzt wann dann“. Ich bin meinen Eltern so dankbar, dass sie mir diesen Schritt ermöglicht haben. Ich möchte diese Zeit nicht missen. Anfangs hatte ich natürlich viel Heimweh wollte auch oft wieder nachhause aber die Leute im Internat und auch meine Familie haben mir immer beigestanden und da das Internat in Hannover war, war der Weg nachhause nicht so weit.
Negative Erfahrungen kann ich mich gar nicht dran erinnern, das einzige ist halt, dass die Familie halt nicht jeden Tag da ist.
Positiv hingegen waren viele Eindrücke. Anfangs waren wir nur vier Leute: zwei Mädchen und zwei Jungs, darunter Timo Kastening (jetzt Spieler MT Melsungen),da hat man natürlich viel mitgenommen, das Training war intensiver. Als dann mehrere dazu kamen, war es natürlich mehr auf das Spiel an sich ausgelegt als auf die Individualität. Persönlich hat mir das auch viel gebracht, man lernt sich selbst besser zu organisieren und disziplinierter zu sein. Wo früher Mama einiges geregelt hat, musste man dann selbst tätig werden.”

Du hattest in Deiner Karriere mit vielen schwerwiegenden Verletzungen zu kämpfen, aufgrund dessen du inzwischen Deine Karriere auch beendet hast. Wie schwierig war es sich immer wieder zurück zu kämpfen und schlussendlich dann aber auch zu entscheiden, dass es aktiv nicht mehr geht?
„Ich denke 3 Kreuzbandrisse sprechen für sich. Den ersten hatte ich mit 18 und da war ich noch im Internat. Die rund um Betreuung war da natürlich gegeben, da war es gar nicht so schlimm oder schwierig wieder auf die Beine zu kommen. Man weiß ja auch noch nicht was auf einen zukommt. Und dann weiter zu spielen war für mich auch klar. Die letzten beiden waren dann schon schwieriger wieder anzufangen. Man gibt sich super viel Mühe beachtet alles aber der Körper will trotzdem nicht. Die Entscheidung meine Karriere dann zu beenden viel mir unheimlich schwer, mein ganzes Leben hab ich Handball gespielt, dafür gelebt wie viele Sportler/innen. Am Ende ist es jedoch nur ein Hobby. Ich hab lange gebraucht damit klar zu kommen, aber meine Familie und meine Freunde haben mir geholfen das zu akzeptieren. Und ich denke es war die richtige Entscheidung.”

Du bist 2013 zum MTV Rohrsen in die 3.Liga gekommen und bis jetzt, in verschiedensten Funktionen, immer dort geblieben.
Was war rückblickend bisher dein schönster Moment mit dem MTV Rohrsen?
„ Das ist eine gute Frage, es gibt viele schöne Momente aber ich glaube der schönste Moment war, als ich das erste Spiel für Rohrsen spielen durfte, da es auch das erste Spiel nach meinem ersten kreuzbandriss war.”

Inzwischen hast Du als Trainerin Erfahrung im Jugendbereich, als auch bei den Damen gesammelt. Was kannst Du aus deiner eigenen aktiven Zeit an Deine Spielerinnen weitergeben und was sind die größten Unterschiede zwischen Spielerin und Trainerin?
„Man kann super viel weiter geben, wenn man selbst aktiv war. Da ich jetzt auch eine D Jugend betreue ist das wissen bei den Kids noch nicht so da wie bei der A Jugend oder den Damen. Das ist natürlich nochmal eine ganz andere Hausnummer, denen kann man viel vermitteln und es macht unglaublich Spaß. Als Spielerin hast du dich selbst viel mit dir beschäftigt und versucht an deinen Stärken und Schwächen zu arbeiten, als Trainerin musst du einen Blick auf alle haben und versuchen die Mädels so aufzustellen und zu motivieren, dass jeder seine Stärken ausspielen kann und die trotzdem alle gut zusammen spielen können. ”

Und, natürlich zum Abschluss: Wie formulierst Du Deinen größten persönlichen, sportlichen Wunsch?
„Ich würde mir wünschen, als Trainer auch mal am Ende einer Saison ganz oben zu stehen und Meister zu sein.”

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