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„Wenn man nicht zu 100% mit dem Kopf bei der Sache ist und nicht davon überzeugt ist, das Hindernis zu schaffen, passieren Fehler”

Larena Hees betreibt die Sportart Bike Trail. Durch ihre Brüder ist die junge Athletin damals zu dem Sport gekommen Was genau hinter der Sportart streckt, wie sie dazu gekommen ist und wie ihre Vorbereitung auf den Wettkampf aussieht, verrät sie im Interview mit SportlerINside.

Dein Sportart Bike Trail. Eine eher noch unbekannte Sportart für viele Menschen. Beschreib uns mal Bike Trail und wie bist du zu dieser Sportart gekommen?
„Beim Trial geht es darum, mit dem Fahrrad vorgegebene Hindernisse möglichst fehlerfrei zu überwinden. Also kurz gesagt: Parkour mit dem Fahrrad. Es gibt in einem Wettkampf verschiedene Sektionen, in denen es jeweils 6 Hindernisse gibt, die in maximal 2 Minuten überwunden werden müssen. Die Technik, mit der die Hindernisse ,,gefahren“ werden, ist nicht vorgegeben, man darf nur keinen Fuß auf den Boden setzen, stürzen, oder mit einem anderen Teil außer den Reifen, den Boden berühren. Meine beiden Brüder betreiben den Sport schon so lange, wie ich auf der Welt bin, deshalb bin ich quasi damit aufgewachsen. Sie waren als Showteam in Deutschland unterwegs und haben mich schon früh mitgenommen. Nach meinem ersten regionalen Wettkampf hat mich dann auch die Begeisterung für den Wettkampfsport gepackt.”

Ihr müsste die verschiedensten Hindernisse mit dem Fahrrad bewältigen, braucht, unter anderem,  eine unglaublichen Gleichgewichtssinn,Balance, Geschicklichkeit und vieles mehr. Wie sieht dein Trainingsalltag aus und wie stellst du dich auf die unterschiedlichen Hindernisse bei einem Wettkampf ein?
„Der Traininingsalltag ist so vielseitig, wie der Sport selbst. Natürlich verbringe ich viel Zeit im Kraftraum, beim Sprungkrafttraining, Stabitraining und investiere in das Athletiktraining – da kommt mir mein Sportstudium auch zu Gute – aber den größten Teil macht immer noch das Training auf dem Bike aus. Das ist sehr vielfältig. So kann ich auf dem Bike den Fokus auf maximale Höhe und Weite legen, Intervalle fahren oder aber auch einfach mal eine Balance-Einheit auf den Baumstämmen einlegen. Nicht zu vernachlässigen ist natürlich die mentale Vorbereitung! Wenn man nicht zu 100% mit dem Kopf bei der Sache ist und nicht davon überzeugt ist, das Hindernis zu schaffen, passieren Fehler. In der Regel steht am Morgen die erste Einheit an. Bis zur zweiten Einheit am Abend kümmere ich mich um mein Sportstudium. Das Studium bringt ja auch noch die ein oder andere praktische Einheit mit sich, was mir auch hilft, mich athletisch weiterzuentwickeln. Man darf die Hindernisse vor dem Wettkampf nur zu Fuß abgehen, somit muss man sich sehr gut selbst einschätzen können. Weil man nie weiß, welche Hindernisse bei einem Wettkampf kommen und das alles auch von so vielen Umständen (z.B. Wetter, Art des Geländes…) abhängt, muss man im Training sehr variabel trainieren.  Kreativität und der Blick für die wirklich ,,ekligen“ Hindernisse sind der Schlüssel um besser zu werden.”

Wie sieht deine Vorbereitung an einem Wettkampftag aus? Hast du einen ganz bestimmtes Ritual?
„Ein ganz spezielles Ritual habe ich eigentlich nicht. Musik spielt bei mir immer eine sehr wichtige Rolle. Ob zur Motivation oder um den Adrenalin-Spiegel ein bisschen zu senken, die Kopfhörer dürfen nie fehlen. Vor dem Wettkampf gehe ich die Sektionen immer nochmal zu Fuß und mental durch.”

Für Ausstehende sehen ein BMX Rad und dein Trailrad sehr ähnlich aus. Was sind die größten Unterschiede zwischen beiden Rädern? Und was ist das Wichtigste bei einem Trailrad?
„Was einem Laien wahrscheinlich zunächst auffällt, ist, dass ein Trialrad keinen Sattel hat. Der fehlt, weil wir die Bewegungsfreiheit brauchen und er wiegt nochmal zusätzlich. Ein Trialbike ist zudem gewichtsoptimiert, es muss leicht sein, aber dennoch extrem stabil. Ein BMX ist in der Regel deutlich schwerer. Das Trialbike hat außerdem einen deutlich längeren Radstand, die langen Hebel sind wichtig, um sich zum Beispiel an einem Hindernis mit dem Vorderrad einzuhängen oder sicher auf dem HR zu stehen. Beim BMX wird häufig komplett auf die Bremsen verzichtet. Das geht beim Trial nicht, die Bremsen sind unsere Lebensversicherung und auch mit Abstand das wichtigste Bauteil am Rad.”

Und, natürlich zum Abschluss: Wie formulierst Du Deinen größten persönlichen, sportlichen Wunsch?
„Auch wenn der Sport leider noch nicht olympisch ist, möchte ich unbedingt irgendwann bei Olympia starten und neben meiner eigenen Karriere, auch den Trialsport professioneller machen. Ich möchte den Sport so lange ich kann, ausüben und sehen, was noch so alles möglich ist und vielleicht ist da ja auch mal ein Weltmeistertitel dabei.”
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