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„Seit dem ersten Tag mit dem Stab in der Hand war ich Feuer und Flamme für meine 2. große Leidenschaft dem Stabhochsprung”

Persönliche Bestleistung 4,40m. Mit dieser Höhe Deutsche Meisterin 2020 in Braunschweig in der Disziplin Stabhochsprung.   Warum Ria Möllers eigentlich erst in einer ganz anderen Sportart tätig war, wie es dann zum Wechsel zum Stabhochsprung kam und wie sie den Leistungssport und ihr Lehramtsstudium unter einen Hut bekommt erzählt sie im Interview mit SportlerINside.

In einem Artikel wird geschrieben „Von der Fernsehzuschauerin zur Stabhochspringerin“. Deine erste große Leidenschaft war lange Zeit das Turnen. Im welchen Alter hast du dann mit dem Stabhochsprung angefangen und wie kam es letztendlich dazu?
„Ich war seit ich laufen konnte in der Turnhalle zuhause. Das Turnen habe ich geliebt und liebe es auch immer noch. Meine Körpergröße war jedoch relativ früh ein limitierender Faktor – ich war gefühlt immer mindestens ein Kopf größer als die anderen Turnerinnen. 2011 habe ich dann im Fernsehen bei der Hallen Europameisterschaft Stabhochsprung gesehen und fand es direkt super spektakulär, weil ich dort auch turnerische Elemente wiedergefunden habe. Meine Mutter war selbst in der Jugend eine gute Leichtathletin und hat mir vorgeschlagen es doch mal auszuprobieren. In den Osterferien war ich dann das erste Mal beim Probetraining im westfälischen Bünde und seit dem ersten Tag mit dem Stab in der Hand Feuer und Flamme für meine 2. große Leidenschaft dem Stabhochsprung.”

Du hast in deiner Anfangszeit nur mit Männern trainiert, die auch deutlich älter als du waren. Wie war das damals für dich als junges Mädchen und gibt es heutzutage große Unterschiede in deiner Sportart zwischen Männern und Frauen?
„Ich war zu Beginn sehr zurückhaltend beim Training. Ich war deutlich jünger und dazu noch ganz neu in der Disziplin. Trotzdem habe ich es damals schon als Anreiz genommen, mit den Jungs mitzuhalten und mir Sachen abzuschauen. Auch heute trainiere ich witzigerweise in einer Trainingsgruppe mit nur Jungs und würde es nicht anders haben wollen. Klar fehlt ab und zu eine Trainingspartnerin für Läufe zum Beispiel, aber die direkte Art und das gegenseitige Pushen und in den Hintern treten der Jungs tut auch mir sehr gut.
Insgesamt sind Männer natürlich durch ihre Physis deutlich besser, sie sind schneller und haben mehr Kraft, daher können sie ganz andere Stäbe springen. In der Regel springen Männer 1,20m höher als die Frauen. Das Training sieht aber trotzdem identisch aus bei uns in der Trainingsgruppe.”

Leistungssport und Lehramtstudentin für Sport und Englisch an der Deutschen Sporthochschule in Köln. Wie bringst du Leistungssport und Studium unter einen Hut?
„Ein gutes Zeitmanagement und Organisation sind das A und O. und Ich habe vom ersten Semester an versucht, die Seminare und Vorlesungen in der Uni relativ kompakt auf einzelne Tage zu legen, sodass ich nicht mehrmals am Tag zwischen Leverkusen und Köln hin und herpendeln muss. Manchmal ist es schon stressig, gerade wenn viele Abgaben anstehen oder gerade Klausurphase ist, aber auch diese Phasen gehen vorbei.
Meine Trainerin kennt meinen ‚Stundenplan‘ und passt das Training dementsprechend an – das klappt mittlerweile sehr gut.”

Deine Bestleistung beträgt 4,40m, die dich 2020 zur Deutschen Meisterin gemacht haben. Beim Stabhochsprung sind viele verschiedene Elemente wichtig. Wie sieht dein Trainingsalltag und deine Trainingssteuerung aus?
„ Ich trainiere einmal am Tag, eigentlich jeden Tag außer sonntags. Je nachdem, was auf dem Trainingsplan steht trainiere ich alleine oder mit meiner Trainingsgruppe. Techniktraining, also das tatsächliche Springen, mache ich meist alleine mit meiner Trainerin. Ansonsten stehen noch Einheiten wie Krafttraining, Sprinten, Ausdauerläufe, Stabilisation, Sprungschule oder Turnen auf dem Plan – immer ein bisschen abhängig von der Vorbereitungs-, Aufbau-, oder Wettkampfphase. Dazu kommen noch Physiotherapie und Trainingsvor- und -nachbereitung, wie Eisbäder oder Wärmebecken und Ausrollen mit der Blackroll.”

Und, natürlich zum Abschluss: Wie formulierst Du Deinen größten persönlichen, sportlichen Wunsch?
„Mein größter Wunsch ist, dass mein Körper noch ein paar Jahre mitspielt und ich noch ein bisschen weiter Stabhochspringen kann. Solange ich gesund bin und weiter so viel Spaß habe, bei dem was ich tue, kann es nur positiv werden.”
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