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„Schon als Kind war ich eine kleine Kämpferin”

Jule Horn entdeckte mit 10 Jahren Judo für sich. Mit 16 Jahren zog sie, für den Leistungssport, in ein Sportinternat nach Karlsruhe und lernte dort die Sportart Sambo kennen. Mit SportlerINside spricht sie über die beiden Sportarten, erklärt uns den Unterschied und warum sie beide Sportarten faszinierend findet.

Judo haben schon einige gehört – Sambo wahrscheinlich nicht so viele. Kannst du uns erklären, was Sambo ist und wo der Unterschied zum Judo liegt?
,,Sambo ist eine Kampfsportart die ursprünglich als Nahkampf-Ausbildung für die sowjetische Armee entwickelt wurde. Dort ist sie bekannt als Selbstverteidigung ohne Waffen. Man kann sich Sambo als eine Mischung von Judo und dem traditionellen Ringen vorstellen. Es wird auch auf Ringermatten gekämpft. Im Gegensatz zum Judo sind im Sambo Würfe mit Griff an die Beine, sowie auch das Hebeln der Knie und der Achillessehne erlaubt. Allerdings darf man im Sambo keine Würgegriffe, wie sie im Judo erlaubt sind, anwenden. Ein weiterer großer Unterschied ist das nach Punkten gewinnt, es gibt für verschiedene Aktionen Punkte von 1-4. Der Kämpfer, der zuerst 8 Punkte vor seinem Gegner hat, gewinnt. Geschieht dies nicht unter 5 Minuten, gibt es einen Sieg nach Punkten. Im Sambo unterscheidet man noch einmal 2 Arten, Sport- und Combat-Sambo. Sport-Sambo habe ich gerade beschrieben, diese Art betreibe auch ich. Im Combat-Sambo werden derzeit nur Wettkämpfe bei den Männern ausgetragen. Hier sind zu den eben genannten Regeln auch Würgetechniken und Schläge sowie Tritte erlaubt. Die Kämpfer tragen Helme aus Schaumstoff ähnlich dem Amateurboxen und auch Handschuhe, die allerdings vorne offen sind, da die Finger zum Greifen und Werfen benötigt werden.”

Was fasziniert dich an Sambo und Judo – warum diese Kampfsportarten und keine anderen?
„Schon als Kind war ich eine kleine Kämpferin. Ich habe mich immer mit anderen gemessen und habe mit anderen gerangelt. Als ich mit 10 Jahren mit Judo angefangen habe, wusste ich sofort, dass das meine Sportart ist und fing an immer mehr zu trainieren. Für den Leistungssport zog ich mit 16 Jahren von meinem Heimatort Freudenstadt auf ein Sportinternat in Karlsruhe. Hier kam ich über meinen Verein den ,,Budo-Club-Karlsruhe‘‘ auf Sambo. Ich probierte es aus und war begeistert. Mich fasziniert besonders am Sambo, dass es so facettenreich und offen ist. Es gibt so viele Möglichkeiten und Griffe den Gegner zu Fall zu bringen. Und auch wenn man auf eine Technik fällt, mit der man im Judo schon verloren hätte, ist es möglich noch zu gewinnen. Somit werden die meisten Kämpfe nicht vorzeitig beendet und es bleibt bis zum Ende spannend, der Kampf kann immer noch gedreht werden.”

Wie viel Aufwand bringt es für Dich mit sich, deine Sportart auf höchstem Niveau auszuüben?
„Mir war immer klar, dass ich eine Sache ganz oder gar nicht mache. Wenn man sich für den Leistungssport entscheidet, lebt man den Sport auch und richtet sein Leben nach dem Sport aus. Ich trainiere 2-3 mal am Tag, da bleibt wenig Zeit für anderes. Während sich meine Freunde treffen oder meine Familie in den Urlaub geht, bin ich im Training, auf Wettkämpfen oder Trainingslagern. Wenn man aber für den Sport lebt, nimmt man das in Kauf. Ich liebe meinen Sport und bin glücklich, dass es mir möglich ist, ihn auf diesem Niveau betreiben zu können. Besonders dankbar bin ich daher dem Otto-Hahn-Gymnasium Karlsruhe mit dem zugehörigen Sportinternat, welches einen Sportzug hat, in dem es jungen Athleten ermöglicht wird, ihre schulische Ausbildung mit dem Sport verbinden zu können, sowie dem Karlsruher Institut für Technologie, – hier studiere ich Sportwissenschaften. Die Uni ist Partnerhochschule des Spitzensports, und ermöglicht Athleten ihr Studium trotz Fehlzeiten und Belastungen durch den Leistungssport zu meistern.”

Du bist noch jung, hast vieles vor Dir – aber blicken wir doch schonmal zurück: Welches war dein bisheriges sportliches Highlight?
„Mein persönliches Highlight waren auf jeden Fall die European Games, die 2019 in Minsk (Weißrussland) stattfanden. Bisher war dies mein größtes Multisportevent, welches von der Organisation den olympischen Spielen nahe kommt. Es war eine riesige Erfahrung für mich und für die nicht-olympische Sportart Sambo, mit der Weltmeisterschaft zusammen das größte Turnier. Leider habe ich mich im Viertelfinale an der Schulter verletzt und konnte somit das Turnier nur mit dem 7. Platz beenden. Ich wusste, dass mehr drin gewesen wäre, aber das motiviert mich nur weiter, dran zu bleiben.”

Und, natürlich zum Abschluss: Wie formulierst Du Deinen größten persönlichen, sportlichen Wunsch?
„Mein größtes Ziel ist bei den nächsten European Games 2023 in Polen eine Medallie zu gewinnen. Darauf trainiere ich nun weiter hart und werde mein Ziel nicht aus den Augen verlieren.”

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