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„Raus mit euch auf den Fußballplatz, Mädels. Eure Zeit ist jetzt!“

Bianca Litys Leidenschaft ist Fußball und sie spielte in der Bundesliga, als der Frauenfußball noch viel weniger etabliert war als heutzutage. Für den Herforder SV, SV Meppen und Victoria Gersten spielte sie in der 1. und 2. Bundesliga, gab in der zweiten Liga nach einer Schwangerschaft noch einmal ihr Comeback – und ist mittlerweile als Trainerin beim Oberligisten SV Hastenbeck (Hameln-Pyrmont, Niedersachsen) aktiv.

Spielerin in der 1. und 2. Bundesliga, Schwangerschaft, Comeback in der in der zweiten Liga, Karriereende, Comeback in der Landesliga und mittlerweile Trainerin. So viel erlebt, so viel gesehen. Wenn Du Dir einen Moment heraussuchen könntest, den Du noch einmal erleben darfst – welcher wäre das?
„Mein Sport hat mir von klein auf viele schöne Momente geschenkt. Jeder war auf seine Weise ganz besonders und ich möchte keinen einzigen davon missen. Ich kann mich glücklich schätzen und bin dankbar dafür, dass ich in meiner fußballerischen Laufbahn bereits so vieles erleben durfte. Aber die kostbarsten Momente sind doch die, die einmalig sind und sich nicht wiederholen lassen. Genau aus diesem Grund möchte ich keinen meiner schönsten Momente im Fußballsport nochmal erleben. Mir reicht die Erinnerung an sie.“

 

Du hast mal gesagt, dass eine Bundesliga-Karriere finanziell zu deiner Zeit in etwa mit einem Minijob neben dem Studium zu vergleichen war. Was hat Dich dennoch angetrieben, diese unglaublichen Reisestrapazen auf Dich zu nehmen, diese vielen Trainingseinheiten zu absolvieren und vor allem: so viel von anderem, was Du liebst, für Fußball hinten anzustellen?
„Ich würde sagen, dass Fußball gerade zu dieser Zeit einen super hohen Stellenwert in meinem Leben hatte. Es war meine große Leidenschaft und zugleich auch immer ein Stück weit Familie. Ich habe in dieser Zeit viele tolle Menschen kennengelernt, von denen nach wie vor einige mein Leben bereichern. Alles in allem habe ich einfach meinen Traum gelebt. Als 13-jähriges Mädchen habe ich in einer Lokalzeitung ein Interview gegeben, wo ich sage, dass ich irgendwann mal gerne Bundesliga spielen würde. Mit etwas Talent, ein bisschen Glück, aber vor allem Fleiß und Ehrgeiz habe ich es geschafft.“

 

Der Frauenfußball hat ein Nachwuchsproblem. Warum sollten Mädchen Deiner Meinung nach unbedingt dem Fußball zumindest eine Chance geben?
„Jungs lieben Fußball und Mädchen, die ihre Leidenschaft teilen (lacht). Nein, Spaß beiseite. Mädchen- und Frauenfußball wird noch immer an vielen Stellen belächelt und es braucht starke Mädchen, die den Mädchen-und Frauenfußball weiter voranbringen. Als Mädchen Fußball zu spielen ist in jedem Fall eine besondere Leidenschaft, um seine Persönlichkeit zu entfalten, vielleicht oder gerade deshalb, weil es auf und neben dem Platz viele Herausforderungen gibt, die es zu meistern gilt – als Team! Außerdem gibt es doch nichts Schöneres als einer Gegenspielerinn auf nassem Rasen den Ball abzugrätschen oder das geile Gefühl, wenn der Ball im Tornetz zappelt. Also raus mit euch auf den Fußballplatz, Mädels. Eure Zeit ist jetzt!“