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„Kanupolo ist eine Ballsportart und kann wohl, am Besten, als Handball in Kajaks beschrieben werden”

 Kanupolo ist die Sportart von Jill Rutzen. Sie beschreibt es als Handball in Kajaks. Wie genau das Spiel abläuft, wie sie auf die Sportart aufmerksam geworden ist und wie mehr mediale Aufmerksamkeit für die Sportart erzielt werden kann, erzählt sie uns im Interview mit SportlerINside

Deine Sportart Kanu-Polo. Es ist wohl eine eher noch unbekannte Sportart für viele Leser/innen. Kannst du uns deine Sportart erklären?
„Kanupolo ist der geilste Sport der Welt. Kanupolo ist eine Ballsportart und kann wohl am besten als Handball in Kajaks beschrieben werden. Fünf Spieler pro Mannschaft spielen auf einem etwa 23 x 35 Meter großen Spielfeld auf zwei Tore (1 x 1,5m), die mit ihrer Unterkante zwei Meter über dem Wasser hängen. Der Ball – ein Wasserball – wird mit Hand und Paddel gespielt. Die Boote sind nur drei Meter lang und somit sehr wendig. Kanupolo erfordert Boots-, Paddel- und Ballbeherrschung. Insbesondere die Eskimorolle – mit und ohne Paddel – ist von großem Nutzen, da der Gegner versuchen darf, den Ballführenden zu kentern. Die Spielzeit beträgt 2 x 10 Minuten. Der Torwart verteidigt sein Tor mit dem senkrecht gehaltenen Paddel. Einen festen Torwart gibt es jedoch nicht.”

Wie bist du auf deinen Sport aufmerksam geworden, wie alt warst du damals und wann war dir bewusst, dass du es leistungsorientiert machen wirst?
„Ich wurde quasi „im Boot geboren“. Schon meine Eltern spielten Kanupolo, da war ich noch gar nicht in Planung. Dadurch fand ich sehr früh zu diesem Sport. Mein erstes richtiges Turnier spielte ich mit 8 Jahren. Schon in der Schüler Mannschaft (U14) wurde mir bewusst, dass ich es leistungsorientiert machen will. Als ich kurz nach meinem 14. Geburtstag die Einladung zu meinem ersten Nationalmannschaftstrainingslager bekam, wurde mir klar, dass sich die Arbeit gelohnt hat. Aber trotzdem wurde weiter hart trainiert.”

Du bist mit deinem Verein, KCNW Berlin, Doublesiegerin geworden. Das Endspiel gegen den Alster Canoe Club aus Hamburg wurde, im Rahmen der Finals, live im Fernsehen übertragen. Wie wichtig sind solche Momente für euren Sport? Und was muss sich, deiner Meinung, verändern um den Sport mehr in den Fokus zu stellen?
„Da Kanupolo eine Randsportart ist, sind solche Momente sehr wichtig für unseren Sport, da wir durch eine Übertragung im Fernseher natürlich viel mehr Aufmerksamkeit bekommen haben, als sonst. Uns war es eine Ehre vor laufender Kamera zu spielen. Ich würde mir wünschen, dass Kanupolo mehr in den Medienbereich rutscht  und mehr darüber gesprochen wird, damit wir vielleicht irgendwann auch mal bei Olympia starten kann. Deutschland hat in den letzten Jahren viele Goldmedaillen nach Hause gebracht. Bei den letzten beiden Welt- und Europameisterschaften gewannen wir jeweils 3xGold- und 1xSilbermedaille. Sowas sollte belohnt werden.”
Kanu-Polo sieht, von außen betrachtet, unglaublich anstrengend aus. Ihr müsst viele verschiedene Elemente trainieren. Wie sieht der Trainingsalltag bei dir aus? Welche verschiedenen Elemente musst du trainieren und wie zeitlich umfassend ist es?
„Ich trainiere 4-Mal die Woche auf dem Wasser und 3-Mal am Land (Fitnessstudio). Neben vielen fahrerischen Einheiten, wie Ausdauer, Paddeln oder Sprints, liegt in der Sommerzeit der Fokus ein bisschen mehr auf der Bootsbeherrschung. Bedeutet, wie komme ich am Besten unter den Gegner oder wie wende ich am schnellsten mein Boot, um zum Beispiel einen Konter zu fahren. Außerdem legen wir viel Wert auf Pass-, Wurf- und Taktikübungen. Am Land liegt der Fokus auf der grundlegenden Ausdauer, sowie Kräftigungsübungen. Da wird besonders der Rumpf trainiert, da wir im Boot viel mit dem Rumpf arbeiten müssen.”

Und, natürlich zum Abschluss: Wie formulierst Du Deinen größten persönlichen, sportlichen Wunsch?
„Mein persönlicher Wunsch ist jetzt erstmal Mal Deutscher Meister mit meinem Team zu werden. Danach folgt dann der Wunsch irgendwann Mal bei den World Games mit zu spielen. Das sind quasi die olympischen Spiele für nicht olympische Sportarten.”
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