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„Ich glaube, an erster Stelle sollte für jeden Sportler, die Gesundheit und der Spaß stehen”

Hanna Meinikmann betreibt die Sportart Kugelstoßen seit sie 14 Jahre alt ist, nachdem sie in der 2. Klasse mit der Leichtathletik angefangen hat. Wie es dazu kam, welches festes Ritual sie vor jedem Wettkampf hat und wie ihre Trainingsgestaltung aussieht, verrät sie uns im Interview mit SportlerINside.

Faszination Kugelstoßen – wie bist du zum Kugelstoßen gekommen und wie alt warst du damals?
„Zu meinem ersten Leichtathletiktraining hat meine Mutter meine Geschwister und mich ungefähr in der 2. Klasse gebracht. Darauf habe ich erst einmal einige Jahre Kinderleichtathletik und dann Mehrkampf gemacht. Dann waren es eigentlich mein Bruder und mein Vater, die mich zum Kugelstoßen gebracht haben. Mein Bruder und ich haben lange Zeit zusammen in einer Gruppe Leichtathletik gemacht und er ist irgendwann als guter Werfer aufgefallen. Daraufhin ist er zu einer speziellen Wurftrainerin gegangen, mit der mein Vater zuvor Kontakt aufgebaut hatte. Und weil ich auch früher ganz gut Schlagball werfen konnte und auch recht gut Handball gespielt hab, bin ich nach ein paar Wochen dann auch mal mit zum Training gegangen. Das war ungefähr als ich 14 Jahre alt war. Und eigentlich stellte sich dann recht schnell heraus, dass ich die Kugelstoßtechnik ganz gut lernte.”

Hast du vor einem Wettkampf feste Rituale? Einen festen Ablauf, den du vor jedem Wettkampf machst?
„Feste Rituale hab ich so, glaube ich, eher nicht. Ich mache häufig einfach das, worauf ich Lust habe und was ich denke, was ich vor dem Wettkampf noch brauche und mir gut tut. Ich höre sehr gerne Musik oder schaue mir nochmal Technikkarten an. Was meine Trainingspartnerin und ich aber vor so ziemlich jedem Wettkampf machen, ist tanzen.”

Du studierst Sportwissenschaften an der Hochschule in Bochum. Betreibst Leistungssport beim TV Wattenscheid 01. Wie bekommst du Studium und Leistungssport unter einen Hut?
„Es ist schon relativ schwierig, muss ich zugeben. Meiner Meinung nach erfordert es ziemlich viel Disziplin und Zeitmanagement. Ich passe meinen Stundenplan immer an meinen Trainingsplan an und versuche von Anfang an, meine Trainingslager und Wettkämpfe mit den Dozenten abzusprechen. Natürlich ist es immer super anstrengend, nach einem Training noch die Sachen für die Uni zu regeln, aber es ist eine gute Abwechslung zum Sport und es macht mir ja auch beides sehr viel Spaß. Solange es Spaß macht, kann man einiges besser verkraften!”

Kugelstoßen besteht aus vielen verschiedenen Elementen. Kannst du uns mal in eine Trainingswoche mitnehmen und beschreiben, wie so eine Trainingswoche speziell aussieht?
„Viele Menschen denken, wenn sie an das Kugelstoßen denken, an Menschen, die etwas mehr auf den Rippen haben. Kugelstoßen besteht jedoch aus so vielen verschiedenen Elementen. Man benötigt eine gewisse Schnelligkeit und Sprungkraft, man sollte also auch möglichst schnellkräftig sein. Außerdem spielen technische Fähigkeiten eine unfassbar große Rolle. Da bringt einem die größte Kraft nichts, wenn man sie nicht auf die Kugel übertragen als Folge technische Fehler. Unser Training besteht also dementsprechend aus Technik, Kraft, Sprüngen, Sprints und allgemeinem Training, wie Turnen, Medizinballwürfen & Stabizirkeln. Natürlich verbringen wir die meiste Zeit im Kraftraum, aber wir sind auch häufig auf der Sprintbahn und sowieso im Wurfbereich beim Techniktraining zu sehen. Typischerweise machen wir ca. drei Technikeinheiten in der Woche, fünf bis sechs Krafteinheiten und zusätzlich Sprint-, Sprung- und Allgemeineinheiten, die dann in die anderen Trainingseinheiten eingebaut werden.”

Und, natürlich zum Abschluss: Wie formulierst Du Deinen größten persönlichen, sportlichen Wunsch?
„Ich glaube, an erster Stelle sollte für jeden Sportler, die Gesundheit und der Spaß stehen. Ich möchte das Training und die Wettkämpfe immer mit großer Leidenschaft machen.
Aber ich würde lügen, wenn das allergrößte Ziel nicht die Teilnahme bei Olympischen Spielen bzw. bei internationalen Wettkämpfen der Männer und Frauen ist. Ich bin bereits ein paar Mal in der Jugend und bei den Junioren für Deutschland an den Start gegangen und das ist ein unfassbar besonderes Gefühl. Das möchte ich unbedingt noch einige Male haben!”
Bildquelle: Marcel Merkel