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„Ich hatte keine Ahnung, wie ich vom physischen Spiel einer Centerin zum Rollstuhlbasketball ohne Box-Out übergehen sollte”

Sie kennt ihre Sportart Basketball aus zwei beide Perspektiven.  Katharina Lang musste, nach mehreren schweren Verletzungen, vom Fußgängerbasketball zum Rollstuhlbasketball wechseln. Wie es dazu kam, welche Unterschiede es im Training zwischen Deutschland und den USA gib und ihren größten sportlichen Wunsch erzählt sie uns im Interview mit SportlerINside.

Du musstest, nach drei Kreuzbandrissen, deine Karriere im Fußgängerbasketball beenden. Wie kam der Wechsel zum Rollstuhlbasketball zu Stande und wie schwierig war die Umstellung für dich?
„Im Frühjahr 2015 verletzte ich mich erneut am Kreuzband und wurde daraufhin von meinem ehemaligen Trainer Andreas Ebertz zu einem Rollstuhlbasketball Try Out der Iguanas München eingeladen. Der Wechsel war schwierig, da ich zuvor noch nie in einem Sportstuhl gesessen hatte und keine Ahnung hatte, wie ich vom physischen Spiel einer Centerin zum Rollstuhlbasketball ohne Box-Out übergehen sollte. Zum Glück hat mich das Team großartig unterstützt und somit hat sich das Ganze bis hin zur Nationalmannschaft entwickelt.”

Du hast dich nach drei Jahren beim Rollstuhlbasketball nach eine Probetraining im College Team der University of Alabama entschieden in die USA zu gehen. Wie kam der Kontakt zu Stande und wieso hast du dich entschieden den Schritt in die USA zu machen?
„Barbara Groß, meine Teamkollegin in der Nationalmannschaft, fragte mich 2016, ob ich mir vorstellen könnte, den gleichen Weg wie sie einzuschlagen und für die University of Alabama zu spielen. Nach meinem Recruitment Visit in den USA fiel mir die Entscheidung dann relativ einfach, da ich durch das Stipendium Sport und Studium unter einen Hut bekommen konnte und das warme Klima mich schon immer angezogen. Ich wusste, in den USA könnte ich den nächsten Schritt in Richtung Tokio machen, während ich gleichzeitig an meinem Bachelors degree arbeiten konnte.”

Du kennst das Training in Deutschland und das Training in den USA. Was sind die größten Unterschiede und welche neuen Erfahrungen konntest du im Ausland sammeln?
„Die größten Unterschiede liegen in der Professionalität und Struktur. Während wir uns in Deutschland Hallen mit Schulen und anderen Sportarten teilen müssen, hatten wir in Tuscaloosa unsere eigene neue Rollstuhlbasketballhalle, die Amerikaweit die einzige ihrer Art ist. Somit konnten wir rund um die Uhr in die Halle und an Kleinigkeiten arbeiten, für die in Deutschland kaum Zeit bleibt. Was mir jedoch in Deutschland gefällt ist die späte Trainingszeit. Ich bin eher ein Abendmensch, während das Training in den USA von 7-10 Uhr morgens angesetzt war, ist es in München um 20 Uhr. Ich und meine Teamkolleginnen sind dann einfach immer um 21 Uhr ins Bett, in meinem Alter aber eh verständlich. Man lernt schnell, dass das Training in den USA Dein Job ist. Noten sollten überdurchschnittlich gut sein und werden daher wöchentlich gecheckt, gute Ernährung ist Pflicht und Trainings sind strukturiert und gut geplant. Das Ganze macht unheimlich viel Spaß und man schließt Freundschaften fürs Leben. Jeder in den USA kennt die Crimson Tide und grüßt mit einem „Roll Tide“, sobald sie das Alabama A auf den Klamotten erspähen.”

Im Rollstuhlbasketball sind sowohl Sportler/innen tätig, die auch im Alltag auf den Rollstuhl angewiesen, als auch Sportler/innen wie du, die im Alltag den Rollstuhl nicht brauchen. Wie sieht das gemeinsame Training aus? Trainiert ihr alle gleich oder gibt es viele Unterschiede in den Trainingselementen?
„Auf dem Spielfeld sind alle gleich, egal ob behindert oder nicht. Viele Menschen, die zum ersten Mal von RBB hören, wollen wissen, ob wir auf niedrigere Körbe werfen, unser Spielfeld kleiner ist etc. Jedoch spielen wir mit den selben Regeln wie Fußgänger, auch das Spielfeld ist gleich und der Korb hängt immer noch auf 3.05m. Zudem trainieren wir auch gleich, es gibt keine Sonderbehandlung für Frauen (die Liga in Deutschland ist gemischt) oder diejenigen, die aufgrund ihrer Behinderung eingeschränkter sind.”

Und, natürlich zum Abschluss: Wie formulierst Du Deinen größten persönlichen, sportlichen Wunsch?
„Mein größter sportlicher Wunsch ist es, eine Medaille aus Tokio mitzubringen. Die Mannschaft hat soviel in diesen Sport investiert, das wäre eine wunderbare Belohnung, auch für alle, die uns tagtäglich auf unserem Weg unterstützen.”
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