Skip to content

„Ich habe nur ein Ziel vor Augen: weit springen”

Anlauf, Absprung, Landung: Skispringen. Die Willingerin Michelle Göbel betreibt diese Sportart seit frühster Kindheit. Im Interview mit SportlerINside erzählt sie uns warum sie zunächst in Willingen bleibt und nicht nach Oberstdorf in das Bundesleistungszentrum zieht, das Gefühl auf der Schanze und ihren ganz persönlichen, sportlichen Wunsch.

Du hast mit acht Jahren die ersten Schritte im Wintersport gemacht. Wie bist du zum Skispringen gekommen?
„Bevor ich zum Skisprung gewechselt bin, habe ich 3 Jahre Langlauf gemacht, doch da habe ich relativ schnell gemerkt, dass mir der Adrenalinkick fehlt. Mein Trainer hat mir damals Schwimmen beigebracht und als er dann erfahren hat, dass ich mit Langlauf aufhöre, hat er mich direkt mit ins Skisprungtraining geholt.”

Du besuchst die Uplandschule in Willingen und möchtest dein Abitur machen. Wie bekommst du Schule und Leistungssport unter einen Hut?
„Die Schule stärkt mir unheimlich den Rücken und begleitet mich auf meinem gesamten Weg. Meine Lehrer zeigen großes Verständnis für den Leistungssport und unterstützen mich wo es nur geht. Teilweise würde ich sogar sagen, dass die Schule für mich wie ein Rückzugsort ist, an dem ich auch mal vom Sport abschalten kann.”

Du hattest 2020 die Möglichkeit nach Oberstdorf ins Bundesleistungszentrum zu wechseln und warst dort auch bei einem sogenannten Schnupperkurs. Warum hast du entschieden in Willingen bei deinem Heimatverein zu bleiben?
„Zunächst spielte vor allem die schulische Leistung eine große Rolle, weil es auf Grund von dem Wechsel aus dem Hessichen Schulsystem ins bayrische zu einigen Schwierigkeiten gekommen wäre und ich bei meinen Noten nicht auf Risiko gehen wollte, sondern einen Abschluss möchte, in dem auch die Noten passen. Auch die Trainingsgruppen Konstellation hat nicht ganz so gepasst, wie wir uns das optimaler Weise vorgestellt haben, denn um bei dem A-Kader mit zu trainierten war ich noch zu jung und die andere Gruppe war nicht auf dem Maßstab, den ich brauche. Lange Rede kurzer Sinn, ich hätte keine optimale Möglichkeit gehabt mich an anderen zu messen und bestmöglich zu trainieren. Außerdem hänge ich an meiner Heimat und fühle mich hier wohl, weshalb ich nach vielen Gesprächen in Oberstdorf und Willingen mich selbst dazu entschieden habe, zunächst bis zum Abitur, hier zu bleiben und nach meinem Abschluss an einen anderen Stützpunkt zu wechseln. Meinem Verein dem SC Willingen werde ich aber dennoch treu bleiben. ”

Faszination Skispringen – kannst du uns das Gefühl beschreiben, wenn du oben an der Schanze sitzt kurz vor dem Start über den Absprung bis zum Landen?
„Eigentlich kann man das Gefühl kaum beschreiben, wenn man es nicht selbst ein mal erlebt hat. Man steht oben auf der Schanze und blickt nur den langen Anlauf hinunter.
Ich mache mich bereit für meinen Sprung und bin ab dem Zeitpunkt wie in einem Tunnel und konzentriere mich nur auf mich selbst. Auf meine Fehler und auf das was ich verbessern will. Wenn ich mich dann vom Balken abstoße habe ich nur ein Ziel vor Augen: weit springen. Das Gefühl mit immer mehr Geschwindigkeit und einem guten Absprung immer weiter zu springen ist wirklich atemberaubend und eines der schönsten überhaupt. Egal ob der Sprung am Ende gut oder schlecht war, jeder einzelne ist etwas ganz besonderes weil man den Traum vom fliegen immer ein Stück näher kommt.”

Und, natürlich zum Abschluss: Wie formulierst Du Deinen größten persönlichen, sportlichen Wunsch?
„Ein Mal bei Olympia teilzunehmen und bei einer WM auf dem Podest zu stehen wäre ein Moment, in dem mein Kindheitstraum wahr werden würde.”

 

Bildquelle: Jan Simon Schäfer

Ähnliche Beiträge

Noch kein Kommentar, Füge deine Stimme unten hinzu!


Kommentar hinzufügen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.