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„Ich denke, für den Sport ist es wichtig, dass auch ein gewisser Imagewandel von statten geht.”

Tanja Ecker  betreibt die Sportart SUP/Stand up paddling . Die mehrfache deutsche Meisterin erzählt uns im Interview mit SportlerINside was in der Sportart passieren muss, um sie populärer zu machen, welche verschiedene Board es gibt und wie sie überhaupt zum Stand up Paddling kam.

SUP: Stand up Paddling. Ein Sport der im Kommen ist, ob als Leistungssport oder für Hobbysportler. Wie bist du zu dem Sport gekommen und im welchen Alter war dies?
„2013 bin ich das erste Mal auf einem SUP gestanden. Damals war ich  21 und habe in München meinen Bachelor gemacht. Dort habe ich jemanden paddeln sehen und wollte das auch mal probieren. Ich habe dann einen Einsteigerkurs gemacht und danach bin ich auf den Seen ein bisschen rumgepaddelt. Zurück in meiner Heimat im Südschwarzwald habe ich 2017 dann angefangen regelmäßig auf dem Rhein bei Basel zu trainieren. So kam ich dann auch dazu an Wettkämpfen teilzunehmen.”

Es gibt ganz verschiedene Bretter und Paddel. Kannst du uns beschreiben wie beides aussieht und welches ihr auf höchsten Niveau verwendet?
„Für den Einstieg sind meist breite und somit auch stabile Boards von Vorteil. Zu Begin ist sicher ein aufblasbares Board und ein günstigeres Paddel von Vorteil, da diese auch nicht so schnell beschädigt werden. Dabei sollte aber trotzdem auch Wert auf gute Qualität gelegt werden. Im Leistungsbereich verwenden wir Raceboards, die sich dadurch auszeichnen, dass sie besonders schmal und lang sind. Meins ist zum Beispiel 4,30m lang und nur 55 cm breit. Wie man so schön sagt, länge läuft. Jedoch sind Raceboards auch instabiler und weniger wendig als ein Einsteigerboard, das 80-90 cm breit ist. Raceboards entscheiden sich auch in der Bauweise, da sie meist aus Carbon oder in hohler Bauweise gefertigt werden. Deshalb sind sie auch besonders leicht. Gleiches gilt auch für die Paddel. Ein Racepaddel ist aus Carbon und wiegt nur 400g.”

SUP ist seit einigen Jahren die Trendsportart. Was muss, deiner Meinung nach, in den nächsten Jahren passieren, um den Sport noch populärer zu machen und gerade im Bereich des Leistungssportes noch mehr in den öffentlichen Fokus zu stellen? 
„Ich denke, für den Sport ist es wichtig, dass auch ein gewisser Imagewandel von statten geht. Nicht nur rein der Erholungsfaktor, sondern auch der sportliche Aspekt. Stand UP Paddling ist der perfekte Ganzkörpersport. So wie man joggen oder Rad fahren geht, kann man paddeln gehen und so etwas für das Herzkreislaufsystem/ Ausdauer und Fitness tun. Für die Zukunft des Sports ist es wichtig, dass Freizeitpaddler, auch den Raceaspekt kennen und lieben lernen. Die Community ist noch recht klein und jeder kennt jeden. Um mehr Leute auch zu den Rennen zu bringen, ist es wichtig, dass bei Veranstaltungen auch kurze Funraces stattfinden, die es auch Anfängern ermöglichen, Teil der Community zu werden. Zudem ist es für die Zukunft des Sports wichtig, dass eine Verbandsstruktur entsteht. Momentan streiten sich noch der Kanu und Surfverband darum, wo SUP dazu gehört. Ist hier einmal Einigkeit, steht der Weg zu Olympia eigentlich nichts mehr im Wege. Mit Hilfe der Medien lassen sich auch mehr Leute für den sportlichen Bereich des SUP erreichen, da viele gar nicht wissen, dass es auch Rennen gibt. Beispielsweise wurden die Finals (deutsche Meisterschaften in 18 Sportarten) in Duisburg, wo SUP ein Teil der Kanuveranstaltung war, live bei ARD und ZDF übertragen. Allein das Frauenfinale haben 1 Mio. Zuschauer gesehen. Ich denke, dass ist schon ein Schritt in die richtige Richtung.”

Wendigkeit, Balance, Gleichgewicht und vieles mehr. Was muss ein/e gute/r Stand Up Paddler/in mit sich bringen, um erfolgreich zu sein?
„Ein gutes Gleichgewicht ist natürlich von Vorteil, aber das kommt auch mit zunehmender Übung. Wichtig ist auf jeden Fall der Spaß und die Freude an dem was man macht. Ohne das wird es mühsam. Natürlich spielen auch eine gute Ausdauer und Kraft eine bedeutende Rolle, doch am wichtigsten ist die richtige Technik. Man kann mit der falschen Technik auch viel falsch machen und mehr Schaden anrichten, als gutes tun. Hier ist es hilfreich, sich zu nächst Tipps von Profis zu holen und sich dann auch immer wieder selbst kontrollieren, zum Beispiel mit Videoanalysen. Um erfolgreich zu sein, ist es natürlich von Vorteil, wenn man Durchhaltevermögen und Motivation mitbringt, weil man doch auch kämpfen können muss, da wir beim SUP auch den Elementen, wie Regen, Wind, Wellen etc ausgesetzt sind.”

Und, natürlich zum Abschluss: Wie formulierst Du Deinen größten persönlichen, sportlichen Wunsch?
„Schwierige Frage. Einige meiner sportlichen Wünsche hab ich schon erreicht, aber natürlich strebt man immer nach weiteren Zielen und ruht sich nicht auf seinen Erfolgen aus. Mit dem Gewinn der deutschen Meisterschaft und der Teilnahme an einer WM sind schon ein paar Träume in Erfüllung gegangen. Natürlich würde ich diese Erfolge gerne wiederholen und an weiteren Weltmeisterschaften teilnehmen und mich international etablieren. Das absolute Highlight wäre natürlich die Teilnahme an olympischen Spielen, wenn es mal dazu kommt. Ich würde mich natürlich auch freuen, wenn es mehr Leute gibt, die den Weg zum SUP Racing finden und genauso viel Freude daran haben wie ich. Für meine sportliche Zukunft erhoffe ich mir, dass ich noch lange so viel Spaß am SUP habe und den Sport noch lange betreiben kann.”
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