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„Für mich steht immer an erster Stelle, dass ich an dem, was ich mache, Spaß habe”

Element: Wasser, Sportart: Schwimmen:Jesicca Felsner spricht im Interview mit SportlerINside über ihren täglichen Aufwand für den Sport, das große Problem der Schwimmbadschließungen für den Nachwuchs und ihren größten sportlichen Wunsch.

Faszination Schwimmen. Was fasziniert dich an deiner Sportart und wie bist du dazu gekommen?
„Meine beiden älteren Geschwister sind ebenfalls geschwommen. So habe ich es ihnen gleich gemacht und auch sehr früh mit dem Schwimmen begonnen. Angefangen mit dem Babyschwimmen hin zu Schwimmkursen im Kindergarten und schließlich das Vereinsschwimmen. Es haben viele Faktoren zusammengespielt, welche mich so lange bei der Ausübung meiner Sportart gehalten haben. Zum einen finde ich das Gefühl faszinierend in ein anderes Element einzutauchen und besonders im Sommer in das erfrischende Wasser zu springen. Zum anderen umgibt mich ein tolles Team, welches mich unterstützt und mit denen das tägliche Training einfach Spaß macht.”

Im letzten Jahr gab es einige negative Schlagzeilen rund um den Schwimmsport. Was muss, deiner Meinung nach, in den nächsten Jahren passieren, um den Schwimmsport weiter voranzubringen?
„Ich habe diese negativen Schlagzeilen im letzten Jahr nicht groß verfolgt. Meiner Meinung nach sind im Schwimmsport die zunehmenden Schwimmbadschließungen ein großes Problem und damit einhergehend die sinkenden Möglichkeiten für Kinder das Schwimmen zu erlernen. Hinzu kommt im fortgeschrittenen Alter die zusätzliche Belastung durch Schule/Studium oder Beruf. Hier bedarf es noch mehr Optionen, um die sportliche und berufliche Karriere miteinander zu verbinden. Eben aus diesem Grund zieht es viele Schwimmer*innen nach dem Abitur in die USA, da sie dort den Sport und das Studium gut unter einen Hut bekommen.”

 Bei etlichen Sportarten ist eine Riesen-Diskrepanz zwischen Männern und Frauen festzustellen – finanziell und medial, aber auch in der – zumindest subjektiven – Wertschätzung. Spürst Du das beim Schwimmen auch?
„Im Schwimmsport kann ich diese Diskrepanz nicht unbedingt bestätigen. Männer und Frauen starten im Wechsel auf derselben Veranstaltung. Die mediale Aufmerksamkeit unserer Sportart ist insgesamt nicht sehr hoch.”
Wie viel Aufwand bringt es für Dich mit sich, deine Sportart auf höchstem Niveau auszuüben?
„Ich gehe ausschließlich über die kurzen Distanzen (50 und 100 Meter) an den Start. Hierfür trainiere ich aktuell 6x die Woche im Wasser und mache zusätzlich 3-4x die Woche Kraft- bzw. Athletiktraining. Das entspricht einem Stundenumfang von ca. 20h die Woche – mal mehr, mal weniger. Zudem beschlagnahmen Schwimmwettkämpfe häufig das ganze Wochenende. Neben dem Schwimmen arbeite ich bereits in Teilzeit an der Deutschen Sporthochschule in Köln. Ich freue mich darüber, dass mein Arbeitgeber meine sportliche Karriere unterstützt.”

Und, natürlich zum Abschluss: Wie formulierst Du Deinen größten persönlichen, sportlichen Wunsch?
„ Für mich steht immer an erster Stelle, dass ich an dem, was ich mache, Spaß habe. Viele persönliche sportliche Wünsche wie der Gewinn des deutschen Meistertitels oder die Teilnahme an Europameisterschaften konnte ich mir bereits erfüllen. Ein weiterer großer persönlicher Wunsch ist es, einmal die Atmosphäre bei den olympischen Spielen mitzuerleben und dort gegen die besten Schwimmerinnen der Welt anzutreten.”