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„Es war unglaublich aufregend aber an sich war es am Ende nicht viel anders als bei einer WM oder einem Weltcup”

Bei den olympischen Spielen 2012 in London als Seglerin dabei, heute als Trainerin aktiv. Franziska Goltz erzählt uns im Interview mit SportlerINside ihre Erfahrung bei den olympischen Spielen, wie sie Trainerin geworden ist und welcher zeitliche Aufwand hinter dem Leistungssport steckt.

2005 war das erste Jahr in dem der Laser Radial für Frauen olympisch geworden ist. In diesem Jahr bist du u.a. Deutschen Juniorenmeisterin. Wie bist du zum Segeln gekommen?
„Zum Segeln bin ich durch meinen Vater gekommen. Er war selbst Leistungssportler. Er war auch zum Teil mein Trainer.”

Während dem Frauensport häufig leider die mediale Beachtung fehlt, gibt es ein regelmäßiges Ereignis, bei dem auch den Sportlerinnen eine große Bühne geboten wird: Die olympischen Spiele. Du warst 2012 in London dabei. Was war das für Dich für ein Moment, kurz vor deinem ersten Rennen auf olympischer Bühne?
„Es war unglaublich aufregend aber an sich war es am Ende nicht viel anders als bei einer WM oder einem Weltcup. Wir Segler waren nicht direkt in London sondern in Weymouth. Wir hatten zwar auch unser eigenes Dorf und jede Menge Security aber die Leute an sich waren die die man vom Weltcuprummel kannte. Nach den Rennen war es Pflicht für alle Sportler am Ende des Tages durch die Pressezone zu laufen. Das war der einzige Kontakt mit der Presse den ich dort hatte. An einem Interview hatte ich aber nie teilgenommen.”

Du bist inzwischen als Trainerin aktiv. Was es für dich als aktive Athletin immer klar, dass du später Trainerin wirst oder wann hast du diese Entscheidung getroffen?
„Tatsächlich bin ich in die Trainerlaufbahn eher reingerutscht. Nach 2012 musste ich mein Studium und meine Miete irgendwie finanzieren und fing auf Landesebene an den Landeskader zu trainieren. Ende 2013 kam später der Deutsche Segler-Verband auf mich zu. So arbeitete ich in den letzten Jahren in unterschiedlichen Anstellungsverhältnissen für den Verband. Seit April bin ich nun fest beim DSV als Bundesstützpunkttrainerin angestellt. Ich kann noch nicht sagen wie lange ich diesen Job machen werde. Bis zur Rente allerdings nicht. Man weiß nie wann sich eine neue Tür öffnet…”

Du hast in deiner aktiven Zeit viele Erfahrungen auf den unterschiedlichsten Bühnen des Sportes gesammelt, wie Deutsche Meisterschaften, Europameisterschaften, Olympia und viele mehr. Welche Erfahrungen gibst du deinen jungen Athleten als Trainerin mit auf dem Weg?
„Ich sage meinen Sportlern, dass sie immer offen sein müssen für neues. Mein Traum war es immer im 470er zu den Olympischen Spielen zu fahren aber mir fehlte die passende Partnerin. Also musste ich mich für ein Einhandboot entscheiden. Damals noch die Europe und nach einjähriger Gewöhnung hieß es, die Klasse sei nicht mehr olympisch. Also wieder umsteigen. Meine Sportler und Sportlerinnen sollten sich nicht zu sehr auf eine Klasse fixieren, denn man weiß nie ob die Klasse zum einen später auch noch olympisch ist oder man nicht vielleicht in einer anderen Klasse erfolgreicher sein könnte.
Eine andere Sache die mir wichtig ist, wäre die eigene Gesundheit zu wertschätzen. Man lernt in so einer Zeit sehr schnell seine Grenzen kennen. Sei es physisch als auch mental. Es ist mir wichtig, dass die Sportler lernen auf ihren Körper zu hören. Das sie das ganze für sich machen und nicht für andere.”

Der Aufwand und der zeitliche Aspekt sind im Leistungssport hoch. Wie viel Aufwand brachte es mit sich?
„Der Aufwand ist schon enorm. Manchmal wachte ich nachts auf und wusste nicht welche Wand ich gerade ansah. Der Reiseaufwand ist schon enorm.. Die letzten eineinhalb Jahre vor den Spielen habe ich mein Studium komplett auf Eis gelegt, da der enorme Zeitaufwand zu groß war und meine Gesundheit darunter litt. Zudem kommt natürlich der finanzielle Aspekt. Trotz des Aufwands und den vielen Höhen und Tiefen die man hatte, würde ich es jedoch immer wieder machen.”

 

Bildquelle: Studioline, Kiel

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