Skip to content

„Es ist genau das, wonach ich mich immer sehr sehnte: Freiheit, Natur und Sport”

Nach einem folgenschwere Eingriff im Alter von 21 Jahren war Katharina Bauernschmidt querschnittsgelähmt. Erst keine Lust mehr auf Sport saß sie 2017 erstmals einem Kanu und ist seitdem in der Sportart Para Kanu unterwegs. Wie es dazu kam, wie sie ins Boot kommt und welchen Herausforderungen sie sich in der Zukunft noch stellen möchte, erzählt sie uns im Interview mit SportlerINside.

Wasser war schon immer dein Element. Im Kindes- und Jugendalter warst du als leistungsorientierte Schwimmerin aktiv. Im Alter von 21. Jahren folgte dann ein folgenschwerer Eingriff seitdem du querschnittsgelähmt bist. In einem Interview sagst du, dass du damals erstmal gar keine Lust mehr auf Sport hattest, weil du dein Alltag ganz neu organisieren musstest. 2017 hast du dann erstmals im Kanu gesessen. Wie war der Weg bis dahin und wann kam der Entschluss Kanu als Leistungssport zu betreiben?
„Ich setze mich in einen Vaa (Kanadier) und später auch Kajak und musste schnell feststellen das es genau das ist wonach ich mich immer sehr sehnte. Freiheit, Natur und Sport. Nach 3 Monaten kam die Frage auf,  ob ich mir vorstellen könnte dies auch als Leistungssport zu betreiben. Ich sagte ja und es ging los”

Du konntest dir bei der WM 2019 das paralympische Ticket sichern und es war damit alles auf die Spiele 2020 ausgelegt. Dann wurde die für Ende Mai 2020 geplanten Weltmeisterschaften in Duisburg abgesagt, die Spiele verlegt und du musstest dir zudem noch einer Operation unterziehen. Wie gehst du mit solch negativen Erlebnissen um und wie schaffst du es neue Motivation zu finden, obwohl das große Ziel erst mal so weit weg war?
„Ich war natürlich etwas traurig und enttäuscht, aber ich lies mich davon nicht unterkriegen. Ich sagte ok, dann halt ein Jahr später und somit mehr Zeit, um noch besser zu werden.”

Kannst du uns beschreiben, wie ein paralympisches Kanu aussieht und wie du in das Boot reinkommst, was du dann alles einstellen musst bis zum Start?
„Vaa V1:7,21m lang ,V1:11,5 kg, Ama:2,1 kg – ohne Adationen ca. 14-17kg je nach Ausführung.
Das Boot muss mir zu Wasser getragen und auch auf Wasser gelassen werden . Trainer oder Begleitung muss das Boot festhalten, ich mobilisiere mich aus dem Rollstuhl auf dem Steg, wo das Boot bereits auf Wasser liegt und steige dann vom Steg aus ins Boot über. Ich bin komplett fixiert vom Rumpf bis Beine. Gesteuert wird übers Paddel”
Deine Freunde und Bekannte beschreiben dich als Adrenalin-Junkie. Du möchtest unbedingt mal einen Fallschirmsprung machen. Welcher Herausforderungen möchtest du dich in Zukunft noch stellen sportlich, aber auch privat?
„Sportlich mag ich nicht nur an den Paralympics teilnehmen, sondern auch ein Vorbild für viele andere sein. Privat mag ich weiterhin gesund bleiben und positiv in die Zukunft blicken können. ”

Und, natürlich zum Abschluss: Wie formulierst Du Deinen größten persönlichen, sportlichen Wunsch?
„Mein größter sportlicher Wunsch ist es mehr Aufmerksamkeit für unsere Sportart zu bekommen.”
Bildquelle: Florian Blackburn Photographie
Surftipp:
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden