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„Es ist einfach schwer geworden die Jugend zu ermuntern ein Ehrenamt zu machen”

Die Frauen, Mädchen und Männer tanzen nach ihrer Pfeife. Schiedsrichterin  Lisa Glowatzki pfeift in der Bezirksliga der Männer, Frauen-Regionalliga und B-Mädchen Bundesliga. Im Interview mit SportlerINside spricht sie über die Reaktion der Männer, wie der Beruf beim Pfeifen hilft und was in Zukunft passieren muss damit es mehr Schiedsrichter/innen gibt.

Beginnen wir mit einer wohlmöglich abgedroschenen, wenngleich trotzdem spannenden Frage: Du hast auf dem Platz vor allem mit Männern zu tun, die „nach Deiner Pfeife tanzen müssen“. Wird das von den Fußballern so hingenommen?
„Jedes Spiel ist wie eine Wundertüte. Man weiß nie wie die Männer drauf sind oder reagieren. Es ist alles dabei von Bewunderung bis absolutes Unverständnis.”

Eine Schiedsrichterin muss mehr mitbringen als „nur“ die Regeln zu kennen. Stichwort: Führungsqualität. Spielt Dir da Dein Beruf als Geschäftsführererin eines Familienunternehmens in die Karten?
„Ich würde schon sagen, dass meine Führungsposition mir in die Karten spielt. Ich weiß immer ziemlich gut wie ich in welcher Situation zu reagieren habe. Man variiert mit der Art zu reden und die Mimik spielt auch eine große Rolle.”

Ohne Schiedsrichter*innen ist kein Wettkampf möglich. Das gilt pauschal für alle Sportarten, speziell aber für den „Volkssport Fußball“. Wie kann man wieder mehr Menschen für die Schiedsrichterei gewinnen?
„Die Schiedsrichter müssten mehr geschützt werden. Das es Gewalt gibt wissen wir alle. Es ist aber auch nicht unser Alltag mit Gewalt konfrontiert zu werden. Es gibt schöne Spiele und tolle Vereine wo ich mich freuen hinzufahren. Nicht nur Schiedsrichter werden weniger auch Mannschaften schließen sich immer mehr zusammen. Es ist einfach schwer geworden die Jugend zu ermuntern ein Ehrenamt zu machen”

Oft mangelt es an Wertschätzung und Respekt. Dass ein Schiedsrichter*in da ist, scheint genauso selbstverständlich zu sein wie das „automatisierte Lamentieren“ nach gefühlt jeder noch so eindeutigen Entscheidung. Hast Du schonmal mit Deinem Vereinskameraden Frank-Walter Steinmeier darüber gesprochen?
„Leider habe ich mit Herrn Steinmeier noch nicht gesprochen. Aber was nicht ist kann ja noch werden. Immer positiv bleiben”

Und, natürlich zum Abschluss: Wie formulierst Du Deinen größten persönlichen, sportlichen Wunsch?
„Gerne würde ich in der nächsten Saison noch einmal aufsteigen! Unser Vorstand gibt mir da noch einmal die Chance meine Leistung unter Beobachtung zu stellen. Ich hoffe ich schaffe es! Wenn ich genügend Punkte erreicht habe, darf ich selber Landesliga pfeifen ”
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