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„Es ist das Flair und die Leichtigkeit”

3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Rad fahren, 42,195 Kilometer Laufen – Ironman!  Eine der Distanzen von Triathletin Katja Konschak . Die Vizeweltmeisterin in der Altersklasse 25-29 Jahre auf Hawaii steht vor ihren letzten Deutschen Meisterschaften in der Mitteldistanz (1,9km Schwimmen, 90km Rad Fahren, 21,0975km Laufen) in ihrer Heimatstadt Nordhausen. Im Interview mit SportlerINside spricht die dreifache Mutter über das zeitintensive Training, wie sie zum Triathlon gekommen ist und den Triathlonmythos Hawaii.

Du warst fast zehn Jahre lang als Schwimmerin aktiv und bist dann zum Triathlon gewechselt. Was hat dich am Triathlon gereizt und wie kam es zum Wechsel?
„1995/96 war ich zum Schüleraustausch in den USA und habe dort ein paar Kilo zugelegt. Zurück in Deutschland sollten die Kilos wieder runter, so dass ich mich für den Stadtlauf in Halle angemeldet hatte. Dort wurde ich von den Triathleten angesprochen, ob ich nicht bei ihnen mit trainieren möchte. Das tat ich dann auch, ohne wirklich zu wissen, auf was ich mich da einlasse – meinen ersten Triathlon habe ich erst 9 Monate später absolviert! Das war eine Sprintdistanz, welche ich auch gleich gewinnen konnte. Nachdem ich beim Schwimmen nur selten als Erste angeschlagen habe, war der Sieg bei meinem ersten Triathlon einfach nur Wahnsinn. Damit war Schwimmen nur noch eine Teildisziplin und Triathlon mein neuer Sport..”

Du hast 2003 deine erste Ironman-Distanz absolviert. Warum ausgerechnet die längsten Distanzen, die in deiner Sportart möglich sind?
„Nachdem ich mich 1998 überraschend für die Junioren EM qualifiziert hatte, habe ich ein paar Jahre versucht, dass auch in der Elite zu erreichen. Das hat leider nicht geklappt, was sicher auch daran lag, dass ich mit meinem Pharmaziestudium nicht immer die nötige Zeit für Training und ausreichend Regeneration hatte. 2002 hat sich dann mein Mann erstmalig für Hawaii qualifiziert und wir sind gemeinsam hingeflogen. Bis dahin war mir IRONMAN eigentlich viel zu lang, aber nach dem Erlebnis als Zuschauerin wollte ich auch dort starten. Auf den längeren Distanzen ist man auch nicht auf die Meldung durch den Triathlonverband angewiesen, was es einfacher macht, unabhängig und eigenständig seinen Sport zu betreiben. Es gibt zwar auch keine Förderung durch den Verband, aber auch keine Zwänge zu Lehrgängen, bestimmten Wettkämpfen oder ähnlichem. Arbeiten, Familie und Sport sind leichter zu kombinieren, wenn man unabhängig und selbstständig entscheiden kann, wann wie was trainiert wird und welche Wettkämpfe man bestreitet. ”

„Mythos Hawaii“ für viele Triathleten ein Traum dort zu starten. Du wurdest auf Hawaii 2003 Vize Weltmeisterin in der Altersklasse 25-29 Jahre. Was macht den „Mythos Hawaii“ so besonders?
„Es ist das Flair und die Leichtigkeit. Immer schönes Wetter mit Sonnenschein, gepaart mit fitten, durchtrainierten Athleten die voller Vorfreude auf das sind, was da kommt. Der Aloha Spirit und das Hang Loose der Surfer auf einer tropischen Insel lassen die Seele aufleben. Es ist die Weltmeisterschaft und somit sind die weltbesten Athleten am Start. Man muss sich qualifizieren und alle die dort sind, haben dies geschafft. Der Wettkampf ist für viele „The icing on the cake” und genau das merkt man. Bei den Profis ist es natürlich anders, aber hier bringt das unvorhersehbare Wetter und die Renndynamik den Nervenkitzel – Feuerquallen, Mumukuwinde oder aber Regen und Windstille, alles ist möglich.”

 3 Kinder, Job, Ironman. Wie bekommst du das zeitintensive Training, dein Privatleben und den Beruf unter einen Hut?
„Ich arbeite nur 15 Stunden in der Woche, dass lässt mir viel Freiheit zum trainieren, da die Kinder in die Schule oder Kita gehen. Mein Mann hat seit der Geburt unseres dritten Kindes das Training reduziert, so dass ich auch am Wochenende die eine oder andere Einheit absolvieren kann. Zudem habe ich letztes Jahr zu Beginn der Corona-Krise in meiner Elternzeit in der Apotheke ein wenig ausgeholfen und Überstunden angesammelt, die ich jetzt nutze, um zu trainieren. Leider klappt das aber auch nicht immer so, wie es perfekt wäre, denn Quarantäne, Kitasschließung oder Distanzunterricht der Kinder bringen jede Woche neue ungeplante Herausforderungen.”

Du arbeitest momentan, nach der Geburt deines 3. Kindes, an deinem Comeback. Aus diesem Grund, zum Abschluss: Wie formulierst du deinen größten, persönlichen sportlichen Wunsch?
„Unser Verein Triathlon Nordhausen e.V. hat von der DTU die Möglichkeit bekommen, die Deutschen Meisterschaften über die Mitteldistanz auszutragen. Nicht viele haben die Möglichkeit in ihrer Heimatstadt bei Deutschen Meisterschaften um den Sieg mitzukämpfen. 2020 wurden sie leider wegen Corona abgesagt und was dieses Jahr passiert, steht noch nicht fest. Es wäre schön, meine Karriere in der Heimat mit einem Platz auf dem Podium zu beenden. Es wird 2021 sicher mein letztes Jahr mit einer Profilizenz sein. Ich habe mehr erreicht, als ich jemals geglaubt habe als Deutsche Meisterin, Vizeeuropameisterin und Team Welt- und Europameisterin.”

 

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