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„Das Training kann aufgrund der drei zu bewältigenden Disziplinen sehr abwechslungsreich und vielseitig gestaltet werden kann”

Lena Dieter ist seit ihrer Geburt blind. Seit 2002 betreibt sie die Sportart Triathlon. Wie sie dazu kam, wie sie zusammen mit ihrem Guide die Wettkämpfe absolviert und wie ihre Trainingsgestaltung aussieht, erzählt sie uns im Interview mit SportlerINside.

Deine sportliche Laufbahn begann 2002 in der Nachwuchsgruppe der Triathlonabteilung des TSV Amicitia Viernheim. Wieso hast du dich für die Sportart Triathlon entschieden?
„Ich kam über meine Mutter zum Triathlon. Sie selbst betreibt diesen Sport seit 1992 und sie wurde damals gefragt, ob sie eine Trainingsgruppe mit Kindern in meinem Alter übernehmen möchte. Als hauptverantwortliche Trainerin dieser Gruppe konnte sie meine zweieinhalb Jahre jüngere Schwester und mich fortan immer mit zum Training nehmen. Mir gefällt diese Sportart, weil das Training aufgrund der drei zu bewältigenden Disziplinen sehr abwechslungsreich und vielseitig gestaltet werden kann.”

Du bist seit Geburt blind. Bei einem Wettkampf hast du einen Guide an deiner Seite und ihr seid durch ein Band verbunden. Wie muss man es sich bei den einzelnen Sportarten Schwimmen, Rad fahren und Laufen vorstellen? Welche Unterschiede gibt im Zusammenhang mit deinem Guide und deren Unterstützung bei den einzelnen Disziplinen?
„Beim Schwimmen im Freiwasser sind wir mit einer Schnur am Oberschenkel verbunden. Wenn beim Wettkampf, wie es beispielsweise in Berlin der Fall war, im Becken geschwommen wird, schwimmt der Guide knapp vor mir her, um mir wenn möglichst kurz vor den Wenden Bescheid zu geben. Dadurch kann ich diese schneller passieren. Das Rad fahren erfolgt auf einem Rennrad-Tandem und während des anschließenden Laufes sind wir über eine Schnur am Handgelenk verbunden.”

Wie sieht deine Trainingsgestaltung und dein Trainingsalltag aus? Und wie oft ist dein Guide dabei und ihr trainiert zusammen?
„In der Regel trainiere ich wöchentlich zwischen fünfzehn und zwanzig Stunden. Dies entspricht in etwa 8-9 Trainingseinheiten. Diese gliedern sich in 3-4 Schwimm-, 2-3 Rad-, sowie drei Laufeinheiten. Hinzu kommen noch die Einheiten zur Dehnung, Mobilisation und zur Förderung der Körperstabilität. Da mein Guide Delia momentan aus beruflichen Gründen im Ausland verweilt, trainieren wir aktuell eher selten zusammen. Wir nutzen jedoch jede sich bietende Gelegenheit für gemeinsame Trainingseinheiten. Sie begleitet mich immer zu den Bundeskaderlehrgängen oder ins Trainingslager. Ab und an trainieren wir auch gemeinsam virtuell auf der Fahrradrolle oder wir machen zusammen Kräftigungsübungen.”

Du studierst Gymnasiallehramt mit den Fächern Englisch und Französisch an der Uni Mannheim. Du bekommst Unterstützung des Spitzensportstipendiums der Metropolregion Rhein -Neckar . Was bedeutet das für dich und die Ausübung deines Sportes?
„Das Sportstipendium hilft mir enorm, die Anforderungen des Studiums und des Leistungssports miteinander in Einklang zu bringen, auch weil die Koordinatorinnen uns immer mit Rat und Tat zur Seite stehen. Ich denke, ohne das Sportstipendium wäre es wesentlich schwerer, Leistungssport in diesem Umfang parallel zum Studium zu betreiben.”

Und, natürlich zum Abschluss: Wie formulierst Du Deinen größten persönlichen, sportlichen Wunsch?
„Ich fände es wahnsinnig toll, wenn Delia und ich gemeinsam an den Spielen in Paris teilnehmen könnten. Darüber hinaus hoffe ich, dass wir noch lange Triathlon betreiben können und gesund bleiben. ”
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