Skip to content

„Das Gefühl ist unbeschreiblich, sich in kürzester Zeit von null auf hundert zu beschleunigen”

U20 Vize-Europameisterin über 200m und U20-Europameisterin mit der Staffel in Weltrekordzeit. Die ersten Highlights in der Karriere von Sprinterin Sophia Junk . Im Interview mit SportlerINside erzählt sie uns warum es die Sprintstrecken 100m und 200m geworden sind, das Wettkampfende nach wenigen Sekunden und ihr großes Ziel die olympischen Spiele 2024 in Paris. 

Deine Disziplinen sind 100m und 200m Sprint. Warum Kurzstrecke und keine Langstrecke?
„Ich hatte früher den Einstieg als Kind in die Kinderleichtathletik mit so einer Art Hobbytraining und hatte dort eine vielfältige Grundausbildung in der Leichtathletik, auch Disziplin übergreifend. Also nicht nur den Sprint, sondern auch Weitsprung, Ballwurf, Hürdensprint, Langlauf, also es war alles wirklich dabei. Bis dahin, dass sich dann der Sprint doch auskristallisiert hat. Das es einfach meine größte Stärke ist im Bereich der Leichtathletik. Und ich habe dann tatsächlich auch, als ich in der Jugend war, mal den Siebenkampf gemacht. Ich habe dann halt so die Strecken für mich herausgefunden, dass doch der Kurzprint eher für mich was ist und mir eher liegt. Das sind jetzt in der Zukunft, beziehungsweise in der Vergangenheit die 100 Meter und 200 Meter geworden. Ob ich in der Zukunft mal 400 Meter laufe, ist fraglich, aber 400 Meter zählt ja auch nicht zur Langstrecke, sondern wenn zum Langsprint.”

Dein Lauf ist meistens nach ca. 12 Sekunden (100m) und ca. 24 Sekunden (200m) vorbei. Kannst du uns das Gefühl beschreiben in der kurze Zeit aus dem Startblock raus bis zum Ziel?
„In der Tat ist der 100 Meter und auch 200 Meter Sprint doch eine Disziplin, die recht schnell vorbei ist. Und ich glaube, das ist auch das was den Sprint ausmacht. Dieser Nervenkitzel und diese paar Sekunden, die man hat, um zu performen und alles zu geben. Das Gefühl ist unbeschreiblich, sich in kürzester Zeit von null auf hundert zu beschleunigen und einfach alles zu geben, um so schnell wie möglich ins Ziel zu kommen. Das kann man gar nicht richtig beschreiben, wie sich das anfühlt. Es ist auf jeden Fall ein ultra krasses Gefühl von null auf hundert sich zu beschleunigen und auch immer wieder zu versuchen schneller zu laufen und über die Bahn zu fliegen. Das ist schon ein cooles Gefühl.”

Wie viel Aufwand bringt es für Dich mit sich, deine Sportart auf höchstem Niveau auszuüben?
„Der Sport ist  natürlich sehr zeitintensiv. Wir betreiben das auf einem Hochleistungsniveau. Wir sind beruflich Sportler und natürlich ist das ein sehr hoher Aufwand der das Ganze begleitet es geht ja auch gar nicht anders. Ich trainiere aktuell sechs Mal die Woche. Eine Trainingseinheit dauert so zwei bis zweieinhalb Stunden. Dann geht es noch zweimal die Woche zum Physio, zum Mentaltrainer, zum Neuroathletiktrainer und zur Osteopathie. Das sind alles Maßnahmen, um das Beste für den Körper zu bieten und dann auch wieder für die Einheiten fit zu sein. Aber letztendlich dreht sich im Alltag alles immer um den Sport. Das heißt, ich plane die Wochen um den Sport herum und versuche, die Freizeit, die ich habe, mit Familie und Freunden zu nutzen, aber der Sport ist natürlich da immer im Fokus. Der ist natürlich auch immer im Fokus, weil man einen Plan verfolgt. Man verfolgt ein Ziel und um dieses Ziel zu erreichen, müssen sich ganz, ganz viele Puzzleteile zusammensetzen und nur, wenn man jedes einzelne Steinchen in das andere setzt, kann man nachher auch das Ziel erreichen. Natürlich gibt es immer auch Umwege, um ein Ziel zu erreichen. Das möchte ich gar nicht verneinen. Aber damit will ich einfach nur sagen, dass das aufeinander aufbaut und man nicht einfach zum Training kommen kann, wann man möchte und auch wieder gehen kann, wann man will, sondern das ist wirklich ein sehr ineinander schlüssiger Plan, der auch nur funktioniert wenn man Großteile des Trainings auch absolviert hat. Deswegen ist es sehr zeitintensiv, aber ich bin mir auch dessen bewusst und ich mache das ja auch, weil es mir wahnsinnig Spaß macht. Und von daher hat das ja auch alles seine Berechtigung.”

Du bist noch jung, hast vieles vor Dir – aber blicken wir doch schonmal zurück: Welches war dein bisheriges sportliches Highlight?
„Eines meiner größten Highlights war tatsächlich die erste internationale Medaille, die ich gewonnen habe. Auch die erste einzelinternationale Medaille. Das war 2017, als ich U20 Vize-Europameisterin geworden bin über 200 Meter. Das kam damals so überraschend und war für mich dieser erste Erfolg für mich alleine international. Auf den blicke ich wirklich sehr emotional zurück. Im gleichen Jahr bei der gleichen Meisterschaft, wo wir mit der U20-Staffel U20-Weltrekord gelaufen sind und damit im gleichen Zug U20 Europameister wurden. Das war genau so überraschend, weil wir uns niemals einen Weltrekord hätten träumen lassen oder uns auch irgendwie zugetraut hätten. Wir wussten, dass wir schnelle Mädels sind, aber dass es nachher ein Weltrekord, hätten wir nicht gedacht Der Weltrekord hat bis heute Bestand. Das sind bisher meine schönsten Highlights.”

Und, natürlich zum Abschluss: Wie formulierst Du Deinen größten persönlichen, sportlichen Wunsch?
„Eines der größten sportlichen Ziele und Wünsche eines jeden Sportlers in einer olympischen Disziplin oder Sportart ist natürlich die Teilnahme an olympischen Spielen. Und auch ich habe als mein größtes Ziel und als der größte sportliche Wunsch, die Teilnahme bei den Olympischen Spielen. Für mich ganz konkret 2024 bei den Olympischen Spielen in Paris. Das ist für mich ein realistisches Ziel, was ich erreichen kann. Ich habe jetzt noch drei Jahre bis dahin und ich glaube, dass mein Körper noch aus sich herauskommen kann und dass ich tatsächlich dann 2024 Paris auf der Bahn stehen werde.”
Surftipp:
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden


YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden