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„An der Startlinie war ich unglaublich nervös aber auch stolz darauf, was ich bis dahin schon erreicht habe”

Bahnrad und Straßen sind die Sportarten von Romy Kasper . Olympiateilnehmerin 2016 in Rio, Drittplazierte bei den deutschen Straßenmeisterschaften und Zweitplazierte bei den Katar Rundfahrten. Kasper hat schon vielen erlebt in ihrer Karriere. Im Gespräch im SportlerINside spricht sie über den Unterschied zwischen Bahn- und Straßenrad, über eine Saison mit vielen Verletzung und das große Ziel Tokio 2021.

Bahnrad und Straßenrad. Du bist in beiden Disziplinen deines Sportes aktiv. Ist es in eurer Sportart üblich, dass beide Arten betrieben werden und was sind, aus Sicht des Athleten, die größten Unterschiede?
„Üblich ist es sicher nicht, dass man sowohl auf Bahn- als auch auf Straße aktiv ist. Ich selber bin aber von Kindheit an sowohl auf Straße als auch Bahn groß geworden und habe die „Ausbildung“ in beiden Disziplinen genossen. Es gibt aber in letzter Zeit einige die Bahn und Straße kombinieren. Auch Cross und Straße sind eine Kombination, die bei uns vorkommt. Für mich ist die Bahn im Winter immer etwas Abwechslung im Trainingsalltag (während langer Grundlagenphasen als Saisonvorbereitung) gewesen. Größter Unterschied ist natürlich das Rad. Also auf der Bahn hast du einen starren Gang und kannst nicht schalten.”

Du hast dir ,nach mehreren schweren Stürzen innerhalb kürzester Zeit, 2018 eine Auszeit genommen bzw. nehmen müssen. Was war deine größten Motivation wieder auf das Rad zu steigen und deine Karriere fortzusetzen?
„Ja 2017/18 war eine Saison zum Vergessen, die geprägt war von Stürzen und Pech. Im Sommer war es dann die richtige Entscheidung erstmal eine komplette Pause einzulegen um richtig zu regenerieren und vor allem von den Gehirnerschütterungen keine bleibenden Schäden zu behalten. Die Motivation weiter zu fahren war auch nach der Stürzen nie weg. Eher der Respekt vor allem von Familie und Freunden davor dass mir mehr passieren könnte. Also eine Motivation auf meiner Seite war definitiv, dass ich SO (also mit dem Sturz) nicht meine Karriere beenden wollte, sondern selbst bestimmen wollte wann Schluss ist. Außerdem habe ich auch während der Pause bzw. „Radverbotszeit“ gemerkt wie mir das Rad fehlt und als ich wieder Rad fahren und trainieren durfte realisiert wieviel Spaß ich noch dabei habe. Also stand nie die Frage im Raum ob ich aufhören sollte. Hilfreich war natürlich auch mein damaliges Team, dass mir die Freiheit gegeben hat, selbst zu entscheiden wann ich wieder fahren kann bzw. will.”

Du hast die olympischen Spiele 2016 in Rio erlebt. Tokio 2021 ist das große Ziel. Wie war der Moment kurz vor deinem ersten Rennen auf olympischer Bühne in Rio und was fasziniert dich an Olympia, dass du unbedingt nochmal nach Tokio möchtest?
„Die Olympischen Spiele in Rio waren unbeschreiblich. Ich habe wirklich versucht alles „aufzusaugen“ und „mitzunehmen“ was möglich war.. An der Startlinie war ich unglaublich nervös aber auch stolz darauf, was ich bis dahin schon erreicht habe und habe mich total aufs Rennen gefreut auch wenn ich wusste wie unglaublich brutal die Strecke wird.
Fasziniert hat mich in Rio natürlich auch die Nähe zu anderen Sportarten und Sportlern anderer Nationen, was man ja so bei seinen „normalen“ Rennen bzw auch bei Welt-oder Europameisterschaften nicht hat. Dort ist man ja nur mit seiner Sportart „unterwegs“. Auch wenn das dieses Jahr mit der ganzen Corona Sache auch nicht so wie normal möglich sein wird, sich mit anderen Sportlern zu treffen etc, ist Olympia schon immer noch ein spezielles Erlebnis.”

Es gibt seit 2009 keine eigene Tour de France der Damen. Momentan ist im Gespräch diese 2022 wieder aufzunehmen. Wie ist deine Meinung dazu und würdest du daran teilnehmen, wenn sie nächstes Jahr starten sollte?
„Ja die Tour für die Frauen ist schon immer mal wieder im Gespräch. Sicher wäre es schön auch eine weitere lange Etappenfahrt für uns Frauen zu haben. Allerdings gibt es zum Beispoel mit dem Giro (10 Tage) oder Thüringen Rundfahrt (6 Tage) ja auch schöne Rundfahrten im Frauenkalender. Man muss abwarten wie es sich weiter entwickelt und ob sie 2022 wirklich im Kalender steht.. Ob ich dann dort starte hängt einerseits davon ab, ob ich nächstes Jahr noch auf dem Rad sitze bzw. ob mich das Team dann aufstellt für die Rundfahrt”

Bildquelle: Team Jumbo Visma

 

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